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Äußere Fertigstellung des Kirchturms verzögert sich bis 2013

Freunde und Förderer des Wiederaufbaus der Sandauer Kirche e.V.

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Turmbaustelle im September 2012Richtfest und Fertigstellung der Turmhülle müssen voraussichtlich um ein halbes Jahr verschoben werden. Das ist das Ergebnis zahlreicher Besprechungen zwischen Förderverein, Planern, Gemeindekirchenrat, Kreis- und Kirchenbehörden. Nun ist die erste Jahreshälfte 2013 für den Abschluss der beiden laufenden Bauabschnitte im Gespräch.

Während noch im Sommer nahezu täglich Fortschritte bei den Bauarbeiten zu beobachten waren, das Richtfest für den Oktober geplant war und auch der für 2013 geplante Innenausbau durchaus machbar zu sein schien, hat sich nun das Tempo sehr deutlich verlangsamt: Mit Herbstbeginn stellte sich heraus, dass weder die geplanten Termine noch die Baukosten zu halten sein werden. In drei Problembereichen ringen alle Beteiligten um Lösungen, die sich auch abzeichnen - allerdings nicht ohne einige Bauchschmerzen.

1. Termindruck

Das Verklinkern ist nach einer rund zweiwöchigen Baupause mangels Backsteinen inzwischen wieder angelaufen. Weil die Statikberechnungen für den Dachstuhl sich mehr als zwei Monate verspätet haben (Bericht in der Volksstimme vom 8.9. 2012, PDF, 292 KB), wird das Holz für den Dachstuhl erst frühestens wenige Wochen vor Weihnachten eintreffen. Laut Bauablaufplanung sollten im Oktober bereits die Dachdecker mit der Arbeit beginnen. Da sich bereits die Ausschreibungen und daher auch der Baubeginn im Frühjahr fortwährend verzögert hatten, sind die Zeitreserven aufgebraucht.
Das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF), ausführendes Organ für das EU-Förderprogramm LEADER, hat jedoch eine Verlängerung der ablaufenden Fristen ins kommende Jahr hinein signalisiert.

2. Finanzierungslücke

Die Baukosten sind gegenüber den Kostenberechnungen teils sehr stark gestiegen, ohne dass dies in den Planungen berücksichtigt war. Dies betrifft besonders das Baugerüst, das zwischen 2007 und 2012 ab- und wieder aufgebaut werden musste, sowie die Beschaffung eines Ziegelvorrats, die früheren Einsparungen zum Opfer gefallen war. Dazu kommt der in den vergangenen Jahren stark gestiegen Kupferpreis sowie durchaus normale Steigerungen in einzelnen Gewerken. Alles in allem eine Finanzlücke von rund 105.000 Euro. Die noch beträchtlich größer ausfallen kann: Eine erhoffte Förderung fällt möglicherweise aus, da notwendige Papiere offenbar in einer Landesbehörde liegenblieben.
Hilfe durch Kredite hat der Kirchenkreis in Aussicht gestellt, obwohl er von der Entwicklung völlig überrumpelt wurde. Das bedeutet jedoch,
  • dass die Kirchengemeinde Sandau sich verschuldet,
  • dass die laufenden Bauabschnitte auf Einsparmöglichkeiten überprüft werden müssen sowie
  • dass der weitere Ausbau des Turmes voraussichtlich weitgehend zurückgestellt wird.

3. Liquidität

Aufgrund verschärfter Förderbestimmungen dürfen die Abrechnungen nicht mehr über die Kirchenkreiskasse laufen, sondern über das Konto des Fördervereins herhalten. Die LEADER-Fördermittel fließen jedoch erst nach der Abrechnung, so dass der Verein solche Summen gar nicht flüssig hat.
Auch hier hilft voraussichtlich der Kirchenkreis, der über die langfristigeren Kredite hinaus auch das Geld vorstreckt, was im kommenden Jahr aus LEADER-Mitteln zurückkommen soll.
Rückschläge hat das Turmbauprojekt auch in der Vergangenheit bereits erfahren - so wie 2006, als die zusätzlichen Brandschutzkosten für eine mehrjährige Pause sorgten. Bei aller Enttäuschung nötigt uns eine solche Verzögerung Zeit zum Durchatmen und zur Besinnung auf.

Das hohe Bautempo freut zwar alle, deren Herz an dem Projekt hängt, ist aber besonders für die, die sich ehrenamtlich einsetzen, äußerst kraftraubend. Die Zwangsverzögerung mahnt uns auch, diejenigen nicht nur "verheizen", die sich zur Mitarbeit zur Verfügung stellen. Sie schafft uns Zeit zur Dankbarkeit gegen Gott und Menschen. Nicht unpassend zum Erntedankfest, auch wenn wir unsere Ernte eben noch nicht ganz einfahren können. Dank gebührt allen, die den Wiederaufbau unterstützen und die uns aus der Klemme geholfen haben, wenn es eng wurde.

Dank gebührt aber vor allem unserem Gott, auf den die Gemeinde während des ganzen Bauvorhabens immer vertraut hat. Das Fundament des Baus sind niemals zuerst Geld und Geschäftigkeit, sondern immer Gebete gewesen. Auch darauf können wir uns in der Zwangspause verstärkt besinnen. Denn wie die Kirche selbst ist der Turmbau kein Selbstzweck und kein Denkmal für die Tüchtigkeit der daran Beteiligten, sondern dient zuallererst dem Evangelium von Gottes Liebe zu den Menschen.
Gott sei Dank!

Pfarrer Hartwig Janus, Erntedankfest 2012